Transkription: Tools für Journalist:innen

Transkriptions: Tools für Journalist:innen

In diesem Guide stelle ich dir meine Transkriptionstool-Favoriten für Redaktionen vor, die Audio- und Videodateien in Text verwandeln. Dabei zeige ich dir, warum du für exzellente Ergebnisse nicht zwangsläufig ein Vermögen ausgeben musst.

Alle, die schon mal beruflich oder privat gesprochene Sprache abtippen mussten, wissen, wie mühselig der ganze Prozess ist: Aufnahme abspielen, merken, abtippen, zurückspulen, prüfen, korrigieren, weiterhören. Bei kurzen Aufnahmen ist das im Zweifel nicht so schlimm. Bei längeren Interviews oder Gesprächen kann Transkribieren aber zur Qual werden.

Im Journalismus kommt es regelmäßig vor, dass geführte Interviews abgetippt werden müssen. Entweder, weil das Gespräch als gedrucktes Interview erscheint. Oder weil ich das Transkript brauche, um passende O-Töne für mein Fernseh- oder Radiostück zu finden. Glücklicherweise ist Künstliche Intelligenz in diesem Bereich eine echte Hilfe.

Moderne KI-Tools können Audios und Videos verarbeiten und für uns abtippen. Ich stelle die bekanntesten Lösungen vor, die ich gerne schon früher gekannt hätte.

Transkriptionstools im Überblick

Trint

Trint ist ein Transkriptionstool für Redaktionen

Trint ist die wahrscheinlich bekannteste Lösung für Transkription auf dem Markt. Gegründet wurde die Firma von Jeffrey Kofman, einem mit dem Emmy ausgezeichneten TV-Reporter und Kriegskorrespondenten. Viele große Medienhäuser, in Deutschland beispielsweise DER SPIEGEL oder Axel Springer, arbeiten mit Trint. Das Tool transkribiert, übersetzt und bietet auch die Möglichkeit, in Echtzeit mit mehreren Menschen ein Transkript zu überarbeiten. Trint versucht auch, relevante Stellen im Material per KI zu identifizieren. Der Nachteil: Die Anwendung ist ziemlich teuer. Und: Trint versteht „nur“ 50 Sprachen.

Preis: ab 69 Euro pro Monat

HappyScribe

HappyScribe ist ein Transkriptionstool für Redaktionen

Die spanische Firma hinter HappyScribe verlangt weniger Geld für ein Abo als Trint. Je nach Paket habe ich monatlich eine bestimmte Anzahl Transkriptionsminuten inklusive und kann weitere Minuten bei Bedarf auch einzeln dazukaufen. Damit ist das Tool auch für Journalist:innen und Redaktionen geeignet, die unregelmäßiger auf eine Transkriptions-Software zurückgreifen wollen. HappyScribe versteht 120 Sprachen, bietet einen soliden Editor für das Transkript und kann alle gängigen Audio- und Videoformate verarbeiten. Itv und Tamedia gehören zu den Kund:innen.

Preis: ab 8,50 Euro pro Monat

Amberscript

Amberscript ist ein Transkriptionstool für Redaktionen

Das niederländische Tool Amberscript ist auch für Einzelnutzungen geeignet, denn die Firma verkauft auch Prepaid-Transkription nach Bedarf. Für 15 Euro pro Stunde Material kann ich mein Audio oder Video transkribieren lassen und muss kein Abo abschließen. Amberscript kann 90 Sprachen verarbeiten, Untertitel erzeugen und bietet auch einen passenden Online-Editor. In Deutschland nutzen das Tool beispielsweise das ZDF und die FAZ.

Preis: ab 8 Euro pro 60 Minuten Material

Good Tape

Good Tape  ist ein Transkriptionstool für Redaktionen

Good Tape wurde von einer dänischen Firma entwickelt. Das Tool versteht 100 Sprachen und wirbt damit, besonders präzise Ergebnisse zu liefern. Ähnlich wie Trint bietet Good Tape einen Online-Editor mit Kollaborationsfunktion. Unter anderem die BBC und Vox transkribieren mit Good Tape. Wer weniger als 90 Minuten pro Monat transkribieren möchte, kann das bei Good Tape sogar kostenlos. Für faire 13,75 Euro pro Monat gibt es sonst 20 Stunden Material inklusive. Damit gehört Good Tape zu den günstigeren Tools im Markt.

Preis: ab 13,75 Euro pro Monat

GoSpeech

GoSpeech  ist ein Transkriptionstool für Redaktionen

Hinter GoSpeech steht die Nürnberger Firma GRUNDIG Business Systems. Auch GoSpeech kann als Prepaid-Tarif gebucht werden für 14,90 Euro pro Stunde Material. Günstiger wird es im Monatsabo für 49 Euro. Da sind dann 5 Transkriptionsstunden enthalten. Das Unternehmen wirbt zudem mit hohen Datenschutzstandards und Telefon-Support.

Preis: ab 9,80 Euro pro 60 Minuten Material

Microsoft Azure

Microsoft Word  ist ein Transkriptionstool für Redaktionen

Techriese Microsoft betreibt in seiner Cloud-Plattform Azure auch eine Lösung für Transkription. Entwickler:innen können verschiedene Schnittstellen nutzen, um darüber automatisiert Aufnahmen transkribieren zu lassen. Normalos können am einfachsten über Microsoft Word transkribieren. Im Microsoft 365-Abonnement sind pro Monat 300 Transkriptionsminuten enthalten.

Preis: ohne Zusatzkosten

Whisper

Whisper ist ein Transkriptionstool für Redaktionen

Die bislang erwähnten Tools haben einen Nachteil: Eine Kopie meiner Aufnahmen wird an die Server der Tool-Anbieter:innen gesendet, um dort verarbeitet zu werden. Gerade bei investigativen Recherchen oder anderen sensiblen Gesprächen kann das zu unsicher sein. Open

AI hat mit Whisper ein Transkriptionstool auf den Markt gebracht, das Open Source ist und lokal auf dem eigenen Computer transkribieren kann. Dabei verlässt die Datei also nicht die eigenen vier Wände. Damit ist Whisper besonders datenschutzfreundlich. Der Nachteil: Whisper auszuführen, ist technisch kompliziert und braucht Erfahrung. Eine gute Lösung für Nicht-Programmierer:innen ist zum Beispiel die Oberfläche noScribe.

Preis: kostenlos

plain X

plain X ist ein Transkriptionstool für Redaktionen

Die portugiesische Firma Priberam hat plain X in Zusammenarbeit mit der DW entwickelt. Das Tool nutzt kein eigenes KI-Modell für die Transkription, sondern nutzt Schnittstellen zum Beispiel zu Azure oder Whisper. Dafür muss ich als Journalist:in für Transkription, Übersetzung, Untertitelung oder Vertonung nicht zwischen verschiedenen Tools wechseln. Im günstigsten Tarif können 90 Minuten pro Monat transkribiert werden. Damit gehört plain X zu den teureren Tools in dieser Liste.

Preis: ab 45 Euro pro Monat

Tools für Transkription: Mein Fazit

Es gibt für jeden Bedarf und jedes Budget die passende Transkriptions-Lösung. Mein Tipp: Nutze die kostenlosen Testminuten der Anbieter, um die Qualität der Ergebnisse direkt zu vergleichen.

Oft liefern preiswerte Tools oder Open-Source-Anwendungen wie Whisper ebenso präzise Texte wie die teure Konkurrenz. Wer clever vergleicht, findet ein Werkzeug, das perfekt in den eigenen Workflow passt, ohne das Budget unnötig zu belasten.