Der Berufseinstieg im Journalismus ist oft unübersichtlich – aber du musst dir nicht alles selbst zusammensuchen. Es gibt Netzwerke, Förderprogramme und Ressourcen, die genau für diesen Moment gemacht sind. Hier bekommst du einen kompakten Überblick über die Angebote, die wirklich weiterhelfen.
Als Journalist:in zu starten kann sich anfühlen wie ein Sprung ins kalte Wasser. Wo fange ich an? Was sollte ich schon mal gehört haben – und wo gibt es eigentlich Jobs?
Ich war selbst einmal an diesem Punkt und hätte mir gewünscht, jemanden zu haben, der mich an die Hand nimmt. Deshalb stelle ich dir die wichtigsten Angebote vor, die dir den Weg in den Journalismus erleichtern oder dir einen echten Vorteil verschaffen können.
Netzwerke: Menschen finden, die du fragen kannst
Das Wichtigste zuerst: Bau dir ein Netzwerk auf. Klingt vielleicht erstmal einschüchternd – aber gemeint sind damit einfach Menschen, die an einem ähnlichen Punkt waren wie du, die ihre Erfahrungen teilen und dir den einen oder anderen Tipp geben können. Manchmal ist es auch einfach ein Kontakt, der dich weiterführt.
Ein guter Einstieg, ohne direkt ins Kalte Wasser zu müssen: Schau nach Organisationen, die auf deine Lebenssituation zugeschnitten sind. Ich habe zum Beispiel über die Jugendpresse Deutschland angefangen, Menschen in der Branche kennenzulernen. Die Organisation richtet sich speziell an junge Journalist:innen, die gerade in den Beruf starten, bietet eigene Nachwuchsangebote und hat Landesverbände vor Ort, wo du Gleichgesinnte treffen kannst.
Wer bereits etwas Erfahrung mitbringt, kann sich auch über Gewerkschaften und Berufsverbände vernetzen. Die wichtigsten in Deutschland sind der DJV (Deutscher Journalisten-Verband), die dju in ver.di sowie Organisationen wie Freischreiber, die sich speziell an Freie richtet.
Außerdem lohnt sich ein Blick auf regionale Stammtische – entweder von Berufsverbänden organisiert oder durch private Initiativen. Eine kurze Onlinesuche zeigt, ob es in deiner Stadt so etwas gibt.
Mentoringprogramme: Mit Begleitung starten
Wer ganz am Anfang steht, kann von einem Mentoring-Programm besonders profitieren. Dabei begleitet dich ein erfahrener Mensch aus dem Journalismus über einen festgelegten Zeitraum – meist ein Jahr – als feste Ansprechperson. Ihr tauscht euch regelmäßig aus, und du kannst alle deine Fragen loswerden.
Zwei empfehlenswerte Anlaufstellen: Die Jugendpresse Deutschland bietet ein eigenes Mentoringprogramm an. Die Neuen deutschen Medienmacher:innen (NdM) haben Programme speziell für Journalist:innen mit Einwanderungsgeschichte.
JOURNOJOBS.COOL: Stellenangebote für Nachwuchsjournalist:innen
Einen Job zu finden, der wirklich zum eigenen Stand im Beruf passt, ist gar nicht so einfach – viele Ausschreibungen richten sich an erfahrene Profis. Mit JOURNOJOBS.COOL habe ich einen Newsletter gestartet, der genau diese Lücke füllt: Alle zwei Wochen verschicke ich dort Stellenanzeigen speziell für junge Journalist:innen – bezahlte Praktika, Nebenjobs, Volontariate und Einstiegsstellen nach dem Volo. Mittlerweile haben sich mehr als 12.000 Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angemeldet. Das Abo ist kostenlos.
VG Wort: Geld, das viele liegen lassen
Wer Texte schreibt oder Fernseh- und Radiobeiträge produziert, hat oft Anspruch auf zusätzliches Geld – ohne es zu wissen. Die VG Wort ist eine Verwertungsgesellschaft, die Urheberrechtsvergütungen an Journalist:innen ausschüttet.
Das Prinzip: Du meldest deine veröffentlichten Beiträge dort an, und einmal im Jahr erhältst du eine Ausschüttung. Je mehr Beiträge du regelmäßig meldest, desto mehr kommt aufs Konto. Es lohnt sich, damit früh anzufangen und keine Veröffentlichung liegen zu lassen.
Stipendien und Förderprogramme: Für besondere Projekte
Viele Organisationen haben spezielle Programme für Journalist:innen ausgeschrieben: Recherchestipendien, Austauschprogramme oder gezielte Förderangebote für bestimmte Themen oder Regionen. Wenn du in einem bestimmten Land recherchieren möchtest oder für ein Thema brennst, das sich ohne Förderung kaum umsetzen lässt, kann eine Bewerbung der nächste sinnvolle Schritt sein.
Eine kompakte Übersicht zur Orientierung findest du hier.
Angebote für junge Journalist:innen: Mein Fazit
Der Einstieg in den Journalismus ist unübersichtlich – und das ist völlig normal. Du musst nicht sofort alles wissen oder überall dabei sein. Taste dich langsam heran und finde erst einmal heraus, ob Journalismus wirklich dein Ding ist.
Die Angebote der Jugendpresse Deutschland oder ein erstes Praktikum können dafür der richtige erste Schritt sein – alles andere kommt dann nach und nach.

