Flat File CMS: Diese WordPress-Alternativen kannst du testen

Screenshot des Flat File CMS Automad

WordPress ist gut. Aber ist es wirklich immer die beste Wahl? Ich stelle dir eine Kategorie von Tools vor, die für viele Websites schneller, günstiger und pflegeleichter sind – und die kaum jemand kennt.

Wer eine eigene Website oder einen Blog aufbauen möchte, landet schnell bei WordPress. Das ist kein Zufall: WordPress ist das mit Abstand meistgenutzte Content Management System der Welt – und das aus guten Gründen.

Die Bedienung ist intuitiv, die Community riesig, und es gibt kaum eine Funktion, für die es kein Plugin gibt. Tausende Templates sorgen dafür, dass auch ohne Programmierkenntnisse ansehnliche Websites entstehen.

Warum WordPress nicht immer die beste Wahl ist

Doch WordPress hat auch seine Nachteile. Je länger man damit arbeitet, desto deutlicher zeigen sich die Schwächen – vor allem bei kleineren, einfacheren Projekten.

  • Wartungsaufwand: WordPress, Themes und Plugins müssen regelmäßig aktualisiert werden. Wer das vernachlässigt, riskiert Sicherheitslücken.
  • Performance: Eine schlecht optimierte WordPress-Installation kann träge werden – besonders wenn viele Plugins aktiv sind.
  • Sicherheitsrisiken: Als meistgenutztes CMS ist WordPress auch ein beliebtes Angriffsziel für Hacker:innen.
  • Plugin-Overload: Viele Funktionen, die andernorts selbstverständlich sind, gibt es bei WordPress nur per Plugin. Und Plugins beißen sich manchmal gegenseitig – mit unschönen Folgen.
  • Datenbank-Abhängigkeit: WordPress speichert alles in einer MySQL-Datenbank. Das macht Backups aufwendiger und das Hosting anspruchsvoller.

Für eine einfache persönliche Website oder einen Blog ist das oft mehr Komplexität, als man eigentlich braucht.

Was ist ein Flat File CMS?

Flat File CMS funktionieren grundlegend anders als WordPress: Statt einer Datenbank speichern sie alle Inhalte als einfache Textdateien – häufig im Markdown-Format – direkt auf dem Server. Das klingt zunächst unspektakulär, hat aber einige Vorteile:

  • Einfaches Hosting: Fast jeder Webserver, der PHP und Dateizugriff unterstützt, reicht aus – kein spezielles Datenbankpaket nötig.
  • Bessere Sicherheit: Weniger Angriffsfläche, da keine dynamischen Datenbankabfragen stattfinden.
  • Höhere Performance: Seiten werden oft deutlich schneller geladen.
  • Geringere Kosten: Das günstigste Webhosting-Paket reicht in der Regel völlig aus.
  • Einfache Backups: Um ein Backup zu erstellen, kopiert man einfach den gesamten Ordner – fertig. Im Vergleich zu WordPress, wo man Datenbank-Exports verwalten muss, ist das ein enormer Vorteil.

Flat File CMS: Tools im Überblick

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe ausgereifter Flat File CMS. Hier ein Überblick über die bekanntesten Optionen:

  • Eines der populärsten Flat File CMS ist Grav. Das System ist sehr flexibel, unterstützt Themes und Plugins und hat eine aktive Community. Es eignet sich sowohl für Einsteiger:innen als auch für Entwickler:innen. Der Preis: kostenlos und Open Source.
  • Kirby gilt als eines der elegantesten CMS auf dem Markt. Es bietet ein durchdachtes Backend-Panel zur Inhaltsverwaltung und lässt sich sehr flexibel anpassen. Besonders beliebt bei Webentwickler:innen und Agenturen. Der Preis: kostenlos für lokale Entwicklung und nicht-kommerzielle Projekte, ab 99 € pro Website für kommerzielle Nutzung.
  • Statamic ist ein professionelles CMS, das wahlweise mit oder ohne Datenbank betrieben werden kann. Es richtet sich eher an erfahrene Nutzer:innen und eignet sich gut für komplexere Projekte. Der Preis: kostenlos für Solo-Projekte, ab 259 USD pro Projekt für Teams und kommerzielle Nutzung.
  • Automad ist ein schlankes CMS mit übersichtlichem Dashboard, das auch ohne tiefere technische Kenntnisse gut zu bedienen ist. Gut geeignet für persönliche Websites und kleinere Projekte. Der Preis: kostenlos und Open Source.
  • Bludit ist besonders einfach zu installieren und zu bedienen, was es zu einem guten Einstieg in die Welt der Flat File CMS macht. Es bringt ein funktionales Admin-Panel mit und eignet sich gut als Blog-Plattform. Der Preis: kostenlos und Open Source; eine Pro-Version mit erweiterten Features ist verfügbar.
  • HTMLy ist ein dateibasiertes Blog-CMS, das auf Einfachheit setzt. Ideal für alle, die einen puristischen Blog wollen. Der Preis: kostenlos und Open Source.
  • Reboot CMS ist ein minimalistisches Open-Source-CMS für kleine Websites. Eher nichts für Einsteiger:innen ohne technischen Hintergrund, aber interessant für Entwickler:innen, die volle Kontrolle wollen. Der Preis: kostenlos und Open Source.
  • Typemill ist besonders gut für strukturierte Inhalte geeignet – etwa Dokumentationen, Handbücher oder eBooks. Die Navigation wird automatisch aus der Dateistruktur generiert. Der Preis: kostenlos in der Basisversion; eine kostenpflichtige Pro-Version mit erweiterten Funktionen ist verfügbar.
  • WonderCMS bezeichnet sich selbst als eines der kleinsten CMS der Welt und besteht aus nur wenigen Dateien. Trotzdem bringt es ein einfaches Admin-Panel mit und lässt sich schnell einrichten. Perfekt für sehr kleine Websites. Der Preis: kostenlos und Open Source.
  • Yellow ist ein schlankes CMS für Websites und Blogs, das stark auf Einfachheit und sauberen Code setzt. Inhalte werden in Markdown geschrieben, die Konfiguration läuft über Textdateien. Der Preis: kostenlos und Open Source.
  • Pico CMS ist ein sehr schnelles, entwicklerfreundliches System mit guten Templates. Es gibt kein grafisches Backend – Inhalte werden direkt als Markdown-Dateien auf dem Server abgelegt. Ideal für Entwickler:innen, die volle Kontrolle bevorzugen. Der Preis: kostenlos und Open Source.
  • Publii funktioniert anders als die anderen Tools in dieser Liste: Es läuft als Desktop-App auf deinem Computer und generiert daraus eine vollständig statische Website, die du anschließend auf deinen Server hochlädst. Das macht es besonders sicher, da kein CMS-Code auf dem Server läuft. Der Preis: kostenlos in der Basisversion; erweiterte Features sind kostenpflichtig.
  • Pure Blog ist ein schlankes, dateibasiertes Blogsystem, das auf maximale Einfachheit setzt. Kein Schnickschnack, keine Ablenkung – einfach schreiben und veröffentlichen. Der Preis: kostenlos und Open Source.

Fazit: Wann lohnt sich der Wechsel?

Flat File CMS sind keine Allzweckwaffe, aber für viele Anwendungsfälle die smartere Wahl gegenüber WordPress. Wenn du eine persönliche Website, einen Blog oder ein kleines Firmenprojekt betreibst und keine komplexe Datenbankverwaltung oder dynamische Inhalte brauchst, kann dir ein Flat File CMS viel Arbeit ersparen – bei niedrigeren Kosten, besserer Performance und deutlich weniger Wartungsaufwand.

Schau dir die vorgestellten Tools einfach mal an und teste, welches am besten zu deinem Projekt passt. Die meisten sind kostenlos und in wenigen Minuten installiert.