Eine eigene Website ist für freie Journalist:innen mehr als nur ein nettes Extra. Sie ist der Ort im Netz, den du selbst kontrollierst – unabhängig von Algorithmen und Plattformen. Welche Tools sich dafür eignen und welche Lösung zu dir passt.
Für uns Journalist:innen – und ganz besonders für die Freien unter uns – spielt Sichtbarkeit im Netz eine entscheidende Rolle. Social Media ist ein wichtiger Baustein, doch viele Kolleg:innen stellen sich die Frage: Brauche ich eigentlich auch eine eigene Website?
Die Antwort ist: Eine Pflicht ist sie natürlich nicht. Aber wer nach deinem Namen oder deinem Portfolio sucht, stößt im Idealfall direkt auf deine eigene Seite. Eine Website ist deine digitale Visitenkarte; sie trägt zu einem professionellen Auftritt bei und sorgt für einen starken ersten Eindruck bei potenziellen Auftraggeber:innen oder Redaktionen.
Mich fragen regelmäßig Kolleg:innen, welche Tools ich empfehle. Deshalb erkläre ich hier möglichst übersichtlich und verständlich, wie du zu deinem eigenen Onlineauftritt kommst – von der einfachsten Lösung für Einsteiger:innen bis hin zu flexibleren Optionen für Erfahrenere.
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Website-Builder: Schnell und unkompliziert
Für alle, die möglichst schnell online gehen wollen, ohne sich mit technischen Details zu beschäftigen, sind Website-Builder die einfachste Wahl. Du musst dir keine Gedanken um Webspace, Domain oder Server machen – das übernimmt der Anbieter. Die Bedienung funktioniert nach dem Prinzip „What you see is what you get“: Du siehst beim Bearbeiten direkt, wie deine fertige Seite aussieht.
Der Nachteil: Diese Komfortlösung hat ihren Preis. Rechne mit etwa 10 bis 20 Euro pro Monat. Gängige Anbieter sind Wix, Squarespace und Jimdo, aber auch bekannte Webhoster wie Hostinger, IONOS oder All-Inkl bieten eigene Website-Builder an.
Eigenes CMS hosten: Mehr Kontrolle, mehr Aufwand
Wer mehr Funktionen, Flexibilität oder Kontrolle über seine Website möchte, kann sich Webspace mieten und ein Content-Management-System (CMS) mit einem passenden Template installieren. Das ist deutlich komplexer als ein Website-Builder – du bist selbst für Wartung, Updates und die Behebung von Problemen verantwortlich.
Für den Einstieg brauchst du zuerst ein Webhosting-Paket, zum Beispiel bei IONOS, Hostinger, All-Inkl, Hetzner, STRATO oder netcup. Dann wählst du ein CMS:
- WordPress ist die bekannteste Open-Source-Lösung und für die meisten Anwendungsfälle gut geeignet.
- Ghost bietet sich an, wenn du neben der Website auch Newsletter aufsetzen und deine Inhalte vermarkten möchtest.
- Flat-File-CMS wie Kirby, Grav, Bludit oder HTMLy sind meine persönlichen Favoriten für einfache Websites: Sie kommen ohne Datenbank aus, sind weniger wartungsanfällig und laden deutlich schneller.
Static Site Generators: Für Technik-Affine
Wer volle Kontrolle und gleichzeitig maximale Performance möchte, greift auf sogenannte Static Site Generators zurück. Diese erzeugen aus einfachen Textdateien fertig gestaltete Webseiten – anhand eines selbst gewählten oder individuell gestalteten Templates.
SSGs sind dadurch nochmals schneller, sicherer und anspruchsloser im Hosting – weil auf dem Server keine Software mehr läuft, die angegriffen oder gewartet werden könnte. Allerdings braucht man hier etwas Vorerfahrung und die Bereitschaft, sich einzuarbeiten. Gängige Lösungen sind Astro, Hugo und Jekyll.
Fazit: Welche Lösung passt zu mir?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Wer schnell und ohne Vorkenntnisse starten will, ist mit einem Website-Builder gut bedient. Wer mehr Flexibilität möchte und bereit ist, etwas Zeit zu investieren, sollte sich ein CMS ansehen – am besten ein schlankes Flat-File-System.
Und wer tief in die Materie einsteigen will, findet mit Static Site Generators eine leistungsstarke Option. Wichtig ist vor allem, dass du überhaupt anfängst: Eine einfache, gepflegte Website ist immer noch besser als gar keinen Auftritt zu haben.

